ARCHITEKTUR UND KUNST 4

Kunstmuseen und Galerien
von Wolf Jahn
Wer mit der Bahn nach Hamburg kommt, findet sich schon mittendrin im Kunstgeschehen, das von Harburg im Süden der Stadt bis zum Hauptbahn¬hof in der City parallel zur Bahnstrecke verläuft. Große Ausstellungshäuser, kleinere Institute, Galerien und eine pri¬vate Kunsthalle erwarten hier den Kunstfreund. Doch egal wie man an¬reist: Das Angebot an öffentlichen Ver¬kehrsmitteln sowie die günstige Lage entlang der großen Hauptverkehrsader machen es leicht, sich der Kunst zu nähern.

Museen und Kunsthallen an der Kunstmeile
Im Stadtteil Harburg südlich der Elbe sind die jüngsten Kunstorte der Han¬sestadt anzutreffen. Bereits im Bahn¬hof Harburg erwartet die Reisenden die Kunst. Im ehemaligen und umgebau¬ten Wartesaal erster Klasse hat sich der Kunstverein Harburger Bahnhof ein-gerichtet. Regelmäßig finden hier Aus¬stellungen mit zeitgenössischer Kunst statt, ob mit Größen wie Franz Gertsch
oder mit junger Kunst der Hamburger Off-Szene. Nur 10 Minuten Fußweg da¬von entfernt ließ der Hamburger Kunst¬sammler Harald Falckenberg eine ehe¬malige Werkshalle der Phoenixwerke in eine zweigeschossige, großzügige Kunsthalle umbauen. Während ein Teil der Phoenix Art als Schaulager seiner beeindruckenden Sammlung zeit¬genössischer Kunst dient, steht der größere Teil für wechselnde Ausstel¬lungen zur Verfügung. Besucher der Sammlung müssen sich voranmelden (s. S. 208).
Während in der Vergangenheit in den zwei Deichtorhallen am südlichen Pol der Hamburger Kunstmeile Einzel- und Gruppenschauen mit internationa¬len Künstlern stattfanden, steht heute allein die größere Halle der bildenden Kunst zur Verfügung. Hinzu gekommen ist in der südlichen Halle dafür das In¬ternationale Haus der Photographie. Unter Regie des ehemaligen Fotogra¬fen und Sammlers F. C. Gundlach wer¬den hier Gegenwartspositionen der Fo¬tografie ausgestellt.
Nur wenige Schritte von den Deich¬torhallen entfernt erwarten das Ham¬burger Kunsthaus und der weltweit äl¬teste Kunstverein, der Hamburgische Kunstverein, ihre Besucher. Während ersteres Haus eine Mischung aus re¬gionaler und internationaler Kunst bie¬tet, zeigt der Kunstverein traditions¬gemäß Positionen der Avantgarde und der internationalen jungen Szene.
Mehr der Vergangenheit hin geöffnet gibt sich das für Deutschland einzigar¬tige Museum für Kunst und Gewer¬be. Von der Antike bis zur Gegenwart, von ostasiatischer über islamische Kunst bis hin zu aktueller Fotografie, Mode und modernem Design herr¬schen opulente Vielfalt und Fülle.
Ausschließlich Werke der bildenden Kunst vom frühen Mittelalter bis zur Moderne präsentiert die Hamburger Kunsthalle. In drei Gebäudetrakten, im Altbau aus dem 19. Jh., im Neubau und der Galerie der Gegenwart (seit 1997) erschließt sich dem Besucher ein ab¬wechslungsreicher Gang quer durch die Kunstgeschichte. Glanzlichter sind unter anderem Werke von Caspar Da¬vid Friedrich, Philipp Otto Runge oder das gut sortierte Kupferstichkabinett. Und mit den regelmäßigen Sonderaus¬stellungen der Galerie der Gegenwart hat auch die zeitgenössische Kunst ihren festen und angemessenen Platz in der Kunsthalle erhalten.

Galerien
Aller Verstreuung in der Stadt zum Trotz existiert ein markantes Galerienzen¬trum: das Galerien-Haus auf der Fleet¬insel nahe des Rödingsmarktes in der Innenstadt. Acht Galerien, eine Künst¬buchhandlung, ein Antiquariat, ein Edi- tions- und Multiple-Geschäft sowie ei¬ner der ältesten Off-Kunstorte, das Westwerk, versammeln sich hier auf engstem Raum. Vor allem bei gleich¬zeitiger Eröffnung aller Galerien herr¬scht hier ein reges Kommen und Ge¬hen. Sämtliche Galerien, Dörrie & Priess, Sfeir-Semler, Karin Günther, Jürgen Becker, Ascan Crone, Gabriele Volkers sowie die Produzentengalerie bieten Positionen zeitgenössischer Kunst an.
Die Galerie für Landschaftskunst öff¬net sich hier jüngeren Künstlern, deren Erforschungen urbanen und ländlichen Gegenden gelten.
In Altona und Bahrenfeld zeichnen sich vor allem zwei Galerien durch re¬gelmäßige Ausstellungen aus: die Ga¬lerie Peter Borchardt und die Galerie Elbchaussee (s. S. 116) sowie die Agentur für zeitgenössische Kunst.
Ein mehr loses als engmaschiges Netz von Galerien erstreckt sich ent¬lang des Westufers der Alster in den Stadtteilen Harvestehude und Ep¬pendorf. Feste Institutionen sind hier schon seit Jahren die Galerien Levy (klassische Moderne bis aktuelle Kunst), Brockstedt (Kunst nach ’45), Gabriele von Loeper (zeitgenössische Malerei), Herold (klassische, vor allem klassisch-nordische Moderne) und Vera Munro (internationale, konzeptio¬nelle Kunst). Zu erwähnen sind noch die Galerien von Barbara Vogt (aktuel¬le Kunst, überwiegend aus Deutsch¬land) sowie Osterwalder’s Art Office (junge britische Kunst).
Einen Abstecher in den Stadtteil Eimsbüttel lohnt auch die Galerie von Ruth Sachse, die in ihrem Programm viel Malerei der mittleren Generation zeigt.
Im Norden Hamburgs, jenseits des Stadtparks sind zwei Orte erwähnens¬wert: ein 2003 eröffnetes Kunstzentrum im Büroviertel City-Nord mit Ateliers, einer Filiale der Hochschule für bilden¬de Künste und der Künstlergalerie KX. Nicht allzu weit davon entfernt liegt die Galerie von Iris Bebensee. In ihrem Programm: unter anderem junge Kunst mit Fotografie sowie Installationen. Auf dem Weg zurück in die City, östlich der Alster trifft man auf die Barmbeker Ga¬lerie Basta von Uwe Mokry. Der Gale¬rist ist immer wieder für eine Überra¬schung gut. Monate vor der letzten Do¬cumenta wartete er mit zwei Künstlern auf, die sich dann später in der Kunst- Weltschau wiederfanden.
Zurück im Stadtkern, im quirligen Stadtviertel St. Georg östlich des Hauptbahnhofes, sei noch auf die Ga¬lerie Mesaao Wrede hingewiesen. Hier finden hin und wieder auch Veranstal¬tungen oder Performances statt. Süd¬lich des Hauptbahnhofes, nahe dem Museum für Kunst und Gewerbe und dem Kunstverein, landet der Besucher schließlich bei Renate Kammer, die ne¬ben ihren Ausstellungen mit zeitgenös¬sischer Kunst einen Schwerpunkt auf aktuelle Architektur gesetzt hat.

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