ARCHITEKTUR UND KUNST 5

Galerien-Folder
Der zweimonatlich erscheinende Galerien-Folder mit Lageplan – er¬hältlich in Museen und Galerien – ist zur Orientierung sehr hilfreich. Dort finden Sie auch Öffnungszei¬ten und aktuelles Programm.
Die Adressen der Galerien und Museen finden Sie im Kapitel »Tipps und Adressen« ab S. 207.
Fotografie
Drei Galerien in Hamburg haben sich ausschließlich der Fotografie verpflich¬tet. Hier ist neben künstlerischer auch klassische Fotografie zu finden: die Galerie aplanat im Schanzenviertel, die Camera Work AG in Pöseldorf und nicht unweit davon entfernt die Photo- graphy Monika Mohr Galerie.

Off-Showrooms
Neben dem Westwerk im Galerienhaus sind der von Kunst-Studenten betrie¬bene Ausstellungsraum »Taubenstraße 13< in St. Pauli, das Hinterconti im Ka¬roviertel (Marktstr. 40a) oder die Ham¬burger Botschaft im Schanzenviertel interessante Off-Orte. Dort sollte man auch nicht die nahe gelegene Galerie der Schlumper verfehlen. In ihren Räu¬men trifft man auf die oft ausdrucks¬starke Kunst geistig Behinderter.
Wolf Jahn ist Kunstkritiker in Ham¬burg. Sein Buch »Die Kunst von Gilbert & George« erschien 1989 (München).

Die Musikszene
von Christoph Twickel Die interessanten Orte der Hamburger Musik- und Clubszene sind alle entwe¬der auf dem Kiez und im Schanzen-viertel und selten weiter als 20 Minuten zu Fuß voneinander entfernt.
An die wilden Zeiten Anfang der 1980er Jahre im Karoviertel, als Aus¬gehen und Straßenkampf nur noch schwer auseinander zu halten waren, erinnert heute nicht mehr viel – dennoch ist die Gegend interessant und lebendig geblieben. Bars wie das Yoko Mono, die Egal Bar oder die Marktstube stehen für DJ-Kultur auf engstem Raum.
Schon das Nachtleben der Achtzi¬ger fand im Schanzenviertel statt, im »Bermuda-Dreieck« zwischen den Bars Subito und Luxor und dem Live¬
club Kir, wo Bands wie Bronski Beat ihre ersten Deutschlandkonzerte ga¬ben. Und auch heute ist die Gegend um die Sternbrücke wieder ein wichti¬ger Anlaufpunkt – in der Astra Stube spielen Underground-Bands, im Soul- edge jammen Jazz- und Latin-Forma- tionen, im Waagenbau führt Hamburgs HipHop- und Elektroszene ihre neues¬ten Tracks vor. Einen Steinwurf entfernt trotzen die morschen Wände der Roten Flora den Verhältnissen.
Ende der Achtziger erfand am Mil¬lerntorplatz in St. Pauli der Mojo Club den Dancefloor-Jazz, und Hamburger Musiker trafen sich in den Pinten am Hamburger Berg, um in langen Näch¬ten jenen textlastigen Ansatz zu er¬denken, der später als »Hamburger Schule« sein Etikett fand. Das Ham¬burger Trio Tocotronic eroberte die Charts und lieferte Mitte der Neunzi¬ger eine Blaupause für unzählige deutschsprachige Jungsbands. An¬gefangen hatten sie in Heinz Kärrners Tanzcafe, einer winzigen Dompinte, die 1997 abgerissen wurde. Auch im Falle von Hamburgs berühmtestem Club nützten alle Appelle nichts: Das Gebäude musste einem Büro- und Shopping-Center weichen. Im Man¬darin Kasino auf der Reeperbahn 1 hat der Mojo-Club einmal im Monat Asyl gefunden. Kowesix (moonbooti- ca), Eißfeldt (Beginner) und The Disco Boys gehören ebenfalls zu den Musi¬kern, die sich im Mandarin wohlfühlen. Funk, Soul, Disco, Elektro und HipHop umfasst die breite musikalische Palet¬te, zu der in stimmungsvollen Dia-Pro¬jektionen freitags und samstags ge¬tanzt wird. Aber auch am anderen En¬ de der Reeperbahn, am Nobistor wird am späten Abend auf- und losgelegt. In der China Lounge, einem ehemali¬gen China -Restaurant, wird zu Hou- se und Breakbeats getanzt. Auf drei Ebenen inklusive beheiztem, über¬dachten Garten lässt sich gut die Nacht verbringen.
Und wenn nicht am Nobistor, dann gibt es Livemusik woanders auf dem Kiez: in der Tanzhalle oder im Molotow zum Beispiel, wo im Keller unterm Spielbudenplatz 5 Indie-, Rock-n-Roll und Punk-Parties eine feste Fange¬meinde gefunden haben. Eine Live- Location, in der The Hives und The White Stripes schon vor ihrem Durch¬bruch spielten. Wer das Morgengrau¬en nicht fürchtet, kreuzt unten am Ha¬
fen im legendären Golden Pudel Klub auf – heute eher ein Garant für unter¬haltsame DJ-Abende, aber manchmal verirrt sich noch eine Band in das ehe¬malige Fischerhäuschen.
Christoph Twickel ist ehemaliger Chefredakteur von »Szene Hamburg« und Herausgeber des Buches »Läden, Schuppen, Kaschemmen. Eine Ham¬burger Popkulturgeschichte«, erschie¬nen 2003 bei Edition Nautilus.

Für mehr Infos: Mekong Delta 1 day tour boat, Vietnam Halong Bucht Tour, Vietnam Kambodscha |  Circuit Vietnam authentique | circuit 3 jours à ninh binh | voyage vietnam 1 semaine

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