ARCHITEKTUR UND KUNST

Architektur
Hamburg ist traditionell von roten Back¬steinbauten mit grünen Kupferdächern geprägt. Und noch bis in die 1980er Jahre hieß es bei hiesigen Baumeistern: »Stein auf Stein, Klinker muss es sein.« Entscheidenden Anteil daran hatte von 1909 bis 1933 Fritz Schumacher, der damalige Oberbaudirektor. Er prägte vor allem das Kontorhausviertel um den Burchardplatz und die Möncke- bergstraße. Als Architekt zeichnete Schumacher für die Finanzverwaltung am Gänsemarkt, für die Davidwache auf der Reeperbahn und viele andere Rotklinker-Gebäude in der Stadt. Doch in den letzten Jahrzehnten verändern
Bauten aus Beton, Stahl und Glas die Atmosphäre in der Stadt.
Landet man mit dem Flugzeug in Hamburg, bekommt man gleich einen Eindruck von der neuen Leichtigkeit. Das Architektenbüro von Gerkan, Marg und Partner (gmp) hat bei der Gestal¬tung des Terminal 4 mit einer elegan¬ten Stahlkonstruktion Elemente des Flugzeugbaus aufgenommen, das Dach erinnert an Tragflächen. Gmp, auf deren Werke man in Hamburg (etwa die Passagen im Hanseviertel) häufig trifft, agieren mittlerweile global und baut überall in der Welt Flughäfen, Messe¬hallen (Leipzig) und für die Chinesen sogar eine komplette Stadt, die ein we¬nig an Hamburg erinnert. An der Elbe, gegenüber von Blankenese, hat gmp eine gigantische Flugzeughalle gebaut, in der das größte Flugzeug der Welt, der Airbus A380 montiert wird.
Für spektakuläre himmelwärts wei¬sende Transparenz sorgt das Architek¬ten Team Bothe, Richter, Teherani (BRT). Vor allem Hadi Teherani, einst Student bei von Gerkan, entwirft mit Verve futuristische Bürobauten aus Glas, Stahl und Beton, die die konser¬vativen Hanseaten schon mal aus dem Häuschen bringen, weil von dem, was sie unter einem Haus verstehen, so gar nichts übrig zu sein scheint. Am Berli¬ner Tor überspannt der gleißende, ko¬metenhafte Bogen eines Bürohauses
ein Kanalbecken, und gleich gegen¬über, ebenfalls aus der Hand Teheranis, steht das Doppel-X-Haus, das vor al¬lem aus Benutzersicht eine zukunfts¬weisende Tat für die Büroarchitektur ist. Hängende Wintergärten, die eher an den Amazonas als an die Elbe erinnern, jedes Büro hat einen Zugang zu den Zi¬tronenbäumchen und Bambus-Gärten.
Die Backsteine bleiben natürlich trotzdem wichtig in der Hamburger Baukultur. In der Gelbklinker-Variante mit eigenwillig auffliegendem Dach hat beispielsweise die Architektengemein¬schaft Köhnhold, Kleffel und Gunder¬mann die Neue Flora, das neue Musi¬calhaus am Holstenwall, hingestellt.
Hier und da knüpfen auch zeit¬genössische Architekten an die >weiße Tradition« des Hamburger Großbürger¬tums an. An den schnörkelfreien Ham¬burger Klassizismus erinnert z. B. der neue Bürobau der Reederei Rickmer Rickmers. Richard Meier hat ihn ent¬worfen, eine weiße Villa, die vor allem innen den Aufbau eines Frachtschiffs zitiert. Von der »Kommandobrücke« guckt man hier allerdings nicht auf die Elbe, sondern »nur« auf die Alster.

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