>FREIE UND ABRISS-STADT< HAMBURG

»Wohl keine Kulturstadt der Welt hat je eine solche Selbstzerstörungslust ent¬wickelt wie Hamburg. Hamburg hätte die Stadt der Renaissance sein können, des Barock und des Rokoko – doch all diese Schätze wurden stets begeistert dem Kommerz geopfert. An die Stelle barocker Wohnhäuser wurden neubarocke Kon-torblocks getürmt, und noch immer ist jeder Neubau ein Schlag ins Gesicht der Stadt«, schrieb Alfred Lichtwark, der Direktor der Kunsthalle, 1912. Damals ahn¬te er noch nicht, wie recht er auch für die Zukunft haben sollte.
Es gibt keine andere Stadt, die derart unsentimental mit ihrer Geschichte um¬geht wie Hamburg. Und das fängt schon mit der Gründungsgeschichte an: Dort, wo die erste Siedlung, die Hammaburg, stand und später der Dom, der 1803 ge¬schleift wurde, befindet sich ein Parkplatz. Das Gängeviertel wurde in den 1930er Jahren platt gemacht, der Altonaer Bahnhof Anfang der 1970er Jahre abgerissen, zur selben Zeit ein ganzer Stadtteil für den Containerhafen zerstört (Altenwerder), und zum Bau der Speicherstadt am Ende des 19. Jh. siedelte man 20 000 Men¬schen um. Zwar entstand mit der Speicherstadt ein einzigartiges Baudenkmal, doch auch über ihren Verkauf hat der Senat nachgedacht. Das jüngste Beispiel ist die Europa-Passage (s. S.77).
Um auf Lichtwark zurückzukommen: Es sind kaum Gebäude aus dem 18. Jh. erhalten, und das liegt nicht nur am Brand von 1842 oder den beiden Weltkriegen, sondern ist der Gewinn bringenden Sanierungswut der Hanseaten zu verdanken.

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