GEH’N WIR MAL ZU HAGENBECK

»Geh’n wir mal zu Hagenbeck«, lautet die Zeile eines Hamburger Gassenhauers, und seit mehr als 150 Jahren geht man in Hamburg zu Hagenbeck. Schon 1848 stellte der Fischhändler Gottfried Clas Carl Hagenbeck sechs Seehunde auf dem Spielbudenplatz in St. Pauli in zwei Holzbottichen aus. Die Tiere waren Finken-werder Fischern ins Netz gegangen. Schnell sprach sich die Attraktion herum, und durch diesen Erfolg und Profit angespornt, eröffnete Hagenbeck 1863 ein kleines Tierhandelsgeschäft. Heimkehrenden Seeleuten kaufte er exotische Tiere ab. Nur drei Jahre später übernahm der älteste Sohn, Carl Hagenbeck, das Geschäft vom Vater und baute es rasch zum größten Tierhandelshaus der Welt aus. Er bereiste Afrika und Amerika und kaufte ganze Menagerien. Auf diese Art kamen Tiere nach Hamburg, die bis dahin sogar der Wissenschaft unbekannt waren, wie der See¬leopard oder der Mähnenwolf. Der alte Stammplatz wurde schnell zu eng, so dass er Anfang der 1870er Jahre am Neuen Pferdemarkt ein 76 000 m2 großes Areal kaufte, wo er »Hagenbeck’s Thierpark« eröffnete.
Carl Hagenbeck schuf auch eine neuartige Methode der Dressur. Die bis dahin üblichen Gewaltmaßnahmen der Dompteure lehnte er ab. Mit Güte und Lob brach¬te er die Tiere zu weitaus besseren Leistungen. Noch heute gilt seine Methode als Grundlage in der Tierpsychologie. 1887 eröffnete Carl Hagenbeck seinen ersten Zirkus, mit dem er um die Welt reiste, und 1892 wurde erstmals eine Löwengrup- ; pe nach der »zahmen Dressur« im Pariser Nouveau Cirque vorgeführt. Intensiv stu¬dierte Hagenbeck die Sprungweiten und -höhen der Tiere, denn ihm schwebte ein Tierpark ohne Gitter vor. Die Tier sollten nur durch Gräben oder andere möglichst unauffällige Begrenzungen vom Publikum getrennt sein und in einer naturnahen Umgebung leben. 1896 stellte er diese Idee beim kaiserlichen Patentamt in Ber¬lin vor und erhielt den Zuschlag für die erste gitterlose Freianlage der Welt.
1907 war es dann endlich so weit: Hagenbeck hatte ein 25 ha großes Glände in Stellingen, damals ein Dorf am Stadtrand von Hamburg, gefunden. Am 7. Mai wurde der erste gitterlose Tierpark der Welt feierlich eröffnet. Heute noch ist Ha- ; genbecks Tierpark in Familienbesitz. Mehr als 2500 Tiere und rund 360 Arten sind zu bewundern: Löwen in einer Schlucht, Affen auf einem Felsen, Steinböcke und Gemsen in einem Hochgebirgspanorama, Flamingos auf einer Wiese. Die revolu-tionäre Idee der artgerechten Präsentation exotischer Tiere wurde fortan von vie¬len zoologischen Gärten nachgeahmt.
Eine besondere Attraktion sind die sommerlichen >Dschungelnächte<, in denen die Besucher bei romantischer Beleuchtung frei umherlaufenden Elefanten, Ze-bras und Dromedaren begegnen.
Lokstedter Grenzstr. 2, www.hagenbeck.de, U-Bahn: Hagenbecks Tierpark, Nov.- Mitte März 9-16.30, März-Okt. 9-17 Uhr, im Sommer bis 19 Uhr, Erw. 12,50 €, Kin-der (4-16 Jh.) 7,50 €.

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