HOHELUFT UND EPPENDORF 3

Stadtoasen
Ein erholsamer Ort in unmittelbarer Nähe der lärmenden Tarpenbekstraße ist der Mühlenteich der aus dem Alsterzufluss Tarpenbek aufgestaut wurde. Der Teich wie auch die Gaststätte >Zur alten Mühle« erinnern an die um 1245 erstmals schriftlich er¬wähnte Müllerei, die 1860 eingestellt wurde.
Heute dient der Mühlenteich unter anderem als Winterquartier der Alster- Schwäne. Das Bootshaus Barmeier an der Mündung der Tarpenbek in die Als¬ter wurde 1926 in Betrieb genommen. Der Bootsverleih >Silwar< im Hayns Park nebenan blickt sogar auf eine Ge¬schichte bis ins Jahr 1874 zurück. Der Park war ehemals der Landsitz des Senators Max Theodor Hayn (1809-88), ein klassizistisches Rund- tempelchen, der >Monopteros<, ist noch erhalten. »Senators Kaffeestu¬ben«, wie das Tempelchen auch ge¬nannt wurde, ist heute ein beliebter Schülertreff.
Eine Oase der besonderen Art bildet St. Johannis am Ende der Ludolf¬straße direkt am Alsterübergang nach Winterhude. Es ist die älteste und schönste unter Hamburgs kleinen Kir¬chen. Seit 1267 wird sie in Urkunden genannt, das Fachwerk stammt von ihrem Neubau im Jahr 1622 und erin¬nert an die längst untergegangene ländliche Vergangenheit. Dieses Ge¬fühl von »früher«, als alles noch kleiner war und näher zuging, mag dazu bei¬tragen, dass St. Johannis unter Ham¬burgs Brautpaaren beliebt ist als die »Hochzeitskirche«. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kir¬che verwüstet, um 1660 wurde sie dann renoviert und erhielt die heute noch erhaltenen, mit Brüstungsbildern geschmückten Emporen. Gestühl und Kanzel stammen aus dem 18. Jh. (Mo-Fr 10.30 bis 12.30 geöffnet, sonst Schlüssel im Kirchenbüro, Gottes¬dienste: Mi 19, So 10 Uhr an¬schließend Kirchencafe im Alten Pas¬torat, Kirchenmusik Sa 18 Uhr).
Eppendorf besitzt ein wunderschö¬nes Hallenbad im üppigen Jugendstil, von altmodischer Grandezza und mit modernster Technik, das Holthusen¬bad. Auch Freiluftschwimmer oder Sauna-Freunde kommen ganzjährig auf ihre Kosten. Jeden Freitag um 19.30 Uhr kann man bei Klassischer Musik und Kerzenschein in der wohl temperierten Therme baden und ent¬spannen (Goernerstr. 219, gleich neben der U-Bahn Kellinghusenstraße, Mo-So 9-22 Uhr).
Ein Langzeit-Refugium für die weib¬liche, hanseatische, verwitwete oder le¬dige Oberschicht war und ist das Da¬menstift Kloster St. Johannis von 1914 direkt am Alsterufer. Schon von ferne zu sehen: der 32 m hohe Uhrturm.
Sehr privilegiert ist auch Aby War- burg aufgewachsen. Der Spross einer traditionsreichen jüdischen Bankiersfa¬milie ließ sich von seinem damals 12- jährigen Bruder Max seine Erstgeburts¬rechte gegen das Versprechen abkau¬fen, das dieser ihm dafür lebenslang al¬le Bücher-Anschaffungen bezahle. Die riesige Bibliothek konnte vor den Nazis nach England gerettet werden und ist als eigenständige Sammlung (The War- burg Institute) in die Universitätsbibliothek London eingegliedert. Das War- burg-Haus Hü] in der Heilwigstraße ist heute Sitz eines Kultur- und Wissen¬schaftsinstituts, das von der Aby-War- burg-Stiftung betreut wird.
Isemarkt
Viele attraktive Geschäfte, Schuh- und Delikatessenläden sind insbesondere am Eppendorfer Baum – benannt nach dem einstigen Schlagbaum nach Har-vestehude-zu finden. Man gerät leicht in einen Kaufrausch. In dem gleich¬namigen Kaufhaus mit Cafe gegenüber der U-Bahn-Station gleich um die Ecke haben unter einem Dach auf drei Eta¬gen sieben kleine Läden Platz. Leder¬waren, Schmuck, Dessous, ausgefalle¬ne Designer-Mode für die extravagan¬ten Damen und Herren der Schöpfung (Mo-Fr 11-19, Sa 10-16 Uhr).
Das Schönste an Eppendorf ist der Isemarkt. Er verläuft unter den Schie¬nen der Hochbahn, die von alten Ei¬senträgern gestützt, ein lang gezoge¬nes Dach zwischen Eppendorfer Baum und Hoheluft bilden. Ein schöner An¬blick und guter Schutz vor Hamburger Schmuddelwetter, früher auch »Juden¬schirm« genannt, weil die Juden am Sabbat keinen Schirm aufspannen dür¬fen. Hier bekommt man alles, was das Herz an Kulinarischem begehrt: Fisch und Fleisch, Gemüse und Obst, Brot, Käse und Honig. Vieles biologisch. Außerdem findet man Seidenschals, Kinderkleidung und Blumen für die Dachterrasse (Di und Fr 8-14 Uhr).
Wenn kein Markt ist, kann man auch sehr schön, besonders nach Einbruch der Dunkelheit, mit der Hochbahn zwi¬schen Eppendorfer Baum und Hoheluft hin- und herfahren. Der Blick in die hell erleuchteten Wohnzimmer der Ju¬gendstil-Bauten lohnt sich von oben und unten.
Das 1952 eröffnete Programmkino Holi (Hoheluft-Lichtspiele) am An¬fang der Isestraße ist besonders dann sehenswert, wenn gar nichts auf der Leinwand flimmert. Ein Bühnenvor¬hang aus den 50er Jahren, der Ham¬burgs Stadtansicht zeigt und von Her¬bert Rose und Wilfried Haase entwor¬fen wurde, schmückt ganz ungemein – vor allem nachdem er, der letzte seiner Art, 1988 aufwändig restauriert wurde.
Um die Ecke sind U-Bahn und Bus¬haltestelle. Von hier aus können Sie pri¬ma nach St. Pauli fahren oder in die In¬nenstadt.

Für mehr Infos: Mekong Kreuzfahrten, V Spirit cruise Halong bay, Beste Reisezeit Kambodscha Vietnam

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