HOHELUFT UND EPPENDORF

Die Hoheluft ist ein typisches Grenzgebiet. Flankiert vom eher familiär-kleinbürgerlichen Eimsbüttel und dem offensichtlich großbürgerlichen Eppendorf, ver¬bindet die Hoheluft den jeweiligen Charme ihrer be¬nachbarten Viertel.

Wohnen im Westen
Zwischen das wohlhabende Eppendorf und das familiäre, bunt gemischte Eimsbüttel schiebt sich der Stadtteil Hoheluft. Mittendrin schneidet die Ho¬heluftchaussee den Stadtteil in Ost und West. Hoheluft-Ost gehörte einst zu Eppendorf, und die Anwohner fühlen sich doch recht eigentlich als Eppen- dorfer. Da man in Hoheluft-West deut¬lich nicht zu Eppendorf gehört, spre¬chen die einen von Eimsbüttel und die anderen, die sich auch ein wenig wie Eppendorf fühlen wollen, vom »Generalsviertel«. Das ist tatsächlich auch ei¬ne »bessere« Adresse.
In Eppendorf ist im Vergleich zu Ho¬heluft alles ein wenig schicker, die Mie¬ten teurer, die Geschäfte moderner und die Restaurants edler. Citynah, aber mit vielen Parks und Cafes in der unmittel¬baren Umgebung wohnen in den großzügigen Altbauwohnungen diejeni-gen, die es auf der Karriereleiter ein gut¬es Stück nach oben geschafft haben. Eppendorf strahlt beruhigende Bürger¬lichkeit aus – typisch Hamburg eben.

Tolle Törtchen
Die unwiderstehlichen Törtchen der Conditorei Christiansen EE, z. B. Antigua oder Sanddorn Roy¬al, erinnern an die Schöpfungen französischer Patisseurs. Zur Kon¬ditorei gehört ein Cafe im Stil 1900, dem Gründungsjahr von »Christi¬ansen«, und ein Garten. Hoheluft¬chaussee 99, Tel. 422 67 85, Mo- Sa 7-18, Cafe ab 8 Uhr; So 9-18 Cafe ab 10 Uhr.

Generalsviertel
An der Hoheluft-Brücke, so heißt auch die U-Bahn- und Busstation, geht un¬ser Spaziergang los. Wenn man über die Brücke des Isebek-Kanals läuft – Hamburg hat mehr Brücken als Vene¬dig, Amsterdam und London zusam¬men, nämlich etwa 3000 -, kann man linker Hand den Kanal Richtung Eims¬büttel verfolgen und rechter Hand die Enten gen Eppendorf schwimmen se¬hen. Wir biegen links in die Bismarck¬straße ein, von der die Moltke-, Wran- gel-, Roon-, Kottwitz-, Gneisenau- und Mansteinstraße abzweigen, sämtlich hochrangige Militärs, die diesem Be¬reich von Hoheluft-West den Namen -Generalsviertel« verliehen. Die Häuser in diesen Straßen, größtenteils vom En¬de des 19. Jh., wurden im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört. In der Molt- kestraße kann man auf der linken Sei¬te noch einige der so genannten Ka¬pitäns- oder Offiziershäuser aus der damaligen Zeit besichtigen: Roter Backstein mit weißem Putz und Ein¬gangs-Erker, Einfamilien-Stadtreihen- häuserfür Seefahrer mit Rang. Das Ge¬neralsviertel steht als bauliches En¬semble unter Milieuschutz.
Auch der Spazierweg direkt am Ka¬nal entlang, durch die Grünanlagen ist angenehm. Auf der anderen Uferseite liegt das Schiff des Theater Zeppelin vor Anker, eine alte Schute, die zur Bühne für Kinder und Jugendliche um¬gebaut wurde.
An der nächsten Brücke, zwischen Mansteinstraße und Bogenstraße, be¬findet sich das ehrwürdige Bismarck¬gymnasium-Oberrealschule« steht noch über dem Portal -, die Bo¬genstraße ein Stück weiter rauf das Helene-Lange-Gymnasium, eine der ersten staatlichen höheren Mäd¬chenschulen Hamburgs, benannt nach der gleichnamigen Reformerin für Frauenbildung. Am Ende des Kai- ser-Friedrich-Ufers (>Kaifu<), weiter Richtung Eimsbüttel steht schließlich das Kaifu-Gymnasium. Die drei Schulen in dem damals rasch wach¬senden und dicht besiedelten Viertel wurden allesamt zwischen 1908 und 1911 von dem Architekten Albert Er¬be entworfen. Die heutige Ida-Ehre- Gesamtschule g| in der Bogen¬straße, benannt nach der Prinzipalin der Hamburger Kammerspiele, hat Fritz Schumacher Ende der zwanziger Jahre entworfen.
Am Kaiser-Friedrich-Ufer, das nicht ganz so prächtig ist, wie der Name viel¬leicht vermuten lässt, marschierten die Nazis am späten Abend des 15. Mai 1933 zur Bücherverbrennung auf. Bücher von jüdischen, pazifistischen und linken Autoren wurden verbrannt. Seit 1983 gibt es am Ort des Gesche¬hens – gleich neben dem Kinderspiel¬platz – einen Gedenkplatz 53 und eine Gedenkplatte.
Heute wird es kurz Kaifu 53 ge¬nannt, das »Sommerbad Kaiser-Frie- drich-Ufer«. Im Jahr 1936 wurde es als Hamburgs »erstes Warmwasser-Frei- Bad< mit 22 Grad Wassertemperatur und einer großzügigen Liegewiese eröffnet. Ans öffentliche Schwimmbad, inzwischen mit einem modernen Hal¬lenbad kombiniert, grenzt der private, in der stylischen Fitness-Szene wegen seines umfassenden Angebots ange¬sagte Fitness-Club »Kaifu-Lodge< mit gut ausgebildeten Lehrkräften.

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