Kultur und Leben

HAMBURGER LEBENSART
Der Berliner lebt nach dem Motto: »Mir kann keenerl«. Wohingegen die Devise des Hamburgers lautet: »Mi köhnt se all’.« Mich können sie alle mal. Eine ge¬wisse Selbstgewissheit – andere mö¬gen es auch Stolz oder Arroganz nen¬nen – ist den Hamburgern eigen. Ein prunkloser Stolz, denn Protz finden Hanseaten geradezu degoutant. Prä¬tention lehnt er ab, deswegen sollte man als Zugezogener erst gar nicht versuchen, nicht mal nach zwanzig Jahren, sich gegenüber einem Ham-burger als ein solcher auszugeben.
Auch mag man es in der Hansestadt nicht, wenn sich jemand besonders in Szene setzt, die Reaktion lautet kurz und knapp: »Pedd di man nich op’n Slipps!«, was bedeutet: Spiel dich mal nicht so auf. Entsprechend ist auch der Kleidungsstil: Understatement, unauf¬dringlich, aber elegant. Dem Hambur¬ger gefällt alles, was britisch ist: Bar- bour-Jacken, Burberry’s, Dufflecoats und edle Clubs, in denen man unter sich bleibt.
Man kauft bevorzugt da, wo man schon immer gekauft hat. Offensicht¬lich teure Autos fährt man nicht, aber Qualität lässt man sich was kosten. Man speist immer in denselben Res¬taurants und goutiert es, begrüßt zu werden, aber bitte schön diskret.
Man hat seinen Arzt, seinen Anwalt und seine Beziehungen. Im Herzen sind die Hamburger konservativ-liberal, selbst wenn sie SPD wählen. Man setzt auf Toleranz und Verhandlung. Leben und leben lassen, das ist die Devise!
Auch das Stadtbild verrät den Cha¬rakter. Es offenbart vor allem, dass Hamburg eine lange Tradition hat, sich von Altem zu trennen. Mag man auch beklagen, dass seine Bürger jede Chance zum Abriss nutzten, so zeigt sich dabei auch eine gewisse Unsenti¬mentalität. Wenn es aus ökonomischen Gründen notwendig ist, muss halt was Neues her. Eine Stadtschloss-Wieder- aufbau-Diskussion wie in Berlin ist hier kaum denkbar. Man wäre erleichtert, dass der alte Kasten weg ist: ein profi-tables Baugrundstück! Wenn gebaut wird, darf es nicht das menschliche Maß überfordern, kaum Hochhäuser in der City. Alles überschaubar: freie Sicht für freie Bürger! Selbst im Umgang mit den Toten behält man immer eine ge¬wisse Diesseitigkeit. Der Ohlsdorfer Friedhof zum Beispiel ist vor allem ein Park für die Lebenden.
Was im Süden der Adel ist, sind hier die großen Reeder- und Kaufmannsfa¬milien. So wird gern noch nach Vermö¬gen und Einfluss geheiratet. Und wenn man sich trennt, dann möglichst güt¬lich und ohne Aufsehen.
Die Frauen sind zwar nicht alle blond, aber viele von ihnen noch so, wie Theodor Fontane sie 1892 be¬schrieb: »Die Hamburgerinnen … sind alle so zweifelsohne, haben innerlich und äußerlich so was ungewöhnlich Gewaschenes und bezeugen in allem, was sie tun und nicht tun, die Richtig¬keit der Lehre vom Einfluss der guten Kinderstube. Man hat sich ihrer nie zu schämen.«

FESTE FEIERN
Volksfeste
Natürlich können die Hamburger feiern – von wegen steife Hanseaten! Beson¬ders ausgelassen erlebt man sie an Sil¬vester und auf dem Dom.
Silvester: Wenn um Mitternacht die ir¬dischen Feuerwerker dem Himmel Konkurrenz machen, die Barkassen mit ihren bunten Lämpchen vor sich hin tuckern und die großen Dampfer vom Wasser tuten und das Neue Jahr be-grüßen, dann herrscht an der Elbe bei den Landungsbrücken ein Geschiebe und Gedränge, seliges Geknutsche und Sektkorken-Knallen, dass man glücklich ist, auf Erden zu sein und zwar ganz genau auf diesem Fleck mit Blick auf den Hafen und die Elbe. Dom: Nicht ganz so emotional geht es auf dem Dom zu, dem Volksfest, das im Frühling, Sommer und Winter auf dem Heiligengeistfeld stattfindet und eine Art Riesenkirmes darstellt – für Hamburg-Besucher schon wegen der hervorragenden Aussicht vom Riesen¬rad ein Muss.
Hafengeburtstag: Eine dreitägige Me¬gaparty am 2. Mai-Wochenende zu Eh¬ren des Hafens, der im Jahr >1189< ge¬boren wurde. Großsegler aus aller Welt blähen sich im Wind, und die Schlep¬per tanzen Ballett. An der Hafenpro¬menade stehen Buden und Musikbüh¬nen dicht an dicht.
Alster-Vergnügen: Ein mehrtägiges Volksfest im August rund um die Bin¬nenalster mit Musik, Straßentheater, Shows und Feuerwerk.
G-Move: Vergesst die Love-Parade! Hamburg lockt mit seinem G-Move rund 300 000 Raver, um die Pfingst- nacht durchzutanzen. Die Schlagerfans kommen auf ihre Kosten, wenn St. Pauli Anfang Juli zum Schlager-Move rüstet. Dann dröhnen Drafi Deutscher und Roy Black von den Tracks und al¬le grölen mit.
Weihnachtsmarkt: Zwar haben die Hamburger keinen Christkindl-Markt, aber schön ist es doch auf dem Weih¬nachtsmarkt am Rathaus und auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz beim Thalia- Theater.

Kulturfeste
Hamburger Ballett-Tage: Die Elite der Ballettszene taucht im Mai/Juni zu den Hamburger Ballett-Tagen in der Staatsoper auf. Eine Tradition, die Hamburgs international renommierter Ballettchef John Neumeier ins Leben gerufen hat.
Kultur Openair: Juni bis August ist die Hauptsaison für Openair-Events. Inter¬nationale Jazzgrößen spielen am Ha¬fen und auf unterschiedlichen Plätzen der Stadt beim Westport Jazz-Festival. Das Schleswig-Holstein Musikfestival ist auch ein Hamburger Ereignis. Die klassischen Konzerte finden teilweise in Hamburg und im Hamburger Um¬land auf großen Landgütern oder manchmal in Scheunen statt. Sehr be¬liebt bei Klassikliebhabern sind die im Sommer regelmäßig stattfindenden Konzerte im Innenhof des Rathauses. Auch die Theaterleute haben sich nach draußen gewagt. Michael Batz’jährlich wiederkehrende Jedermann-Inszenie- rung in der Speicherstadt ist inzwi¬schen fast so beliebt wie der Salzbur¬ger Jedermann.
Filmfestival: Das Hamburger Filmfes¬tival im September hat sich zu einem europäischen Festival gemausert. Laokoon-Festival: Das Tanztheater¬treffen der Avantgarde auf Kampnagel im September hat den Anspruch, einen weltumspannenden Blick auf diese Kunstform zu richten.
Ein Buch für die Stadt: Im November liest die ganze Stadt ein Buch, zur jähr¬lich neu ausgesuchten Lektüre gibt es viele Veranstaltungen an unterschiedli¬chen Orten.

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