MUSEUM FÜR VÖLKERKUNDE ACHTUNG VOR DEM FREMDEN

»Wir haben Respekt vor allen Kulturen. Wir verschaffen allen Kulturen Respekt.« Diesen Grundsatz hat sich das Museum für Völkerkunde auf die Fahnen ge¬schrieben und damit zugleich auf seinen gesellschaftspolitischen Anspruch ver¬wiesen: Nicht nur eine Ausstellungs-, sondern auch eine Begegnungsstätte sein zu wollen, die den weltweiten Dialog fördert.
Die Gründungsgeschichte des prachtvollen Museums ist typisch für Hamburg. Denn Hamburgs Kaufleute mit ihren guten Verbindungen nach Übersee kehrten von dort selten mit leeren Händen zurück. Durch weltweite Handelsbeziehungen der Hansestadt sowie durch Schenkungen und Stiftungen der Kaufleute und Bür¬ger konnte 1879 das Museum für Völkerkunde gegründet werden. 1912 wurde der imposante Bau an der Rothenbaumchausee bezogen. Ein Palast für die Kulturen aus aller Welt, aus Altägypten, Afrika, Europa, Amerika, Süd- und Ostasien, Mitt¬lerem und Vorderem Orient, aus Ozeanien, Indonesien und der Südsee. Darüber hinaus gibt es eine eigene Bootshalle, einen Südsee-Maskensaal und ein Maori- Haus, in dem man sich wunderbar entspannen kann. Die Sammlungen des Mu¬seums umfassen etwa 350 000 Objekte aus aller Welt und etwa 300 000 histo¬risch-ethnographische Fotodokumente.
Besonders zu erwähnen ist die Einführungssausstellung im Gewölbesaal. Hier geht es um Selbstreflexion der Museumsarbeit, um Kolonialgeschichte und welt¬weite Migration. Das hört sich zunächst trocken an. Doch die Veränderung von Sichtweisen, der Blick des Europäers auf exotische oder primitive Fremde und umgekehrt, der Blick der Fremden auf Europa, wird hier sinnlich dargestellt.
Dem »Gemeinsamen Haus Europa« ist seit 1999 eine eigene Dauerausstellung gewidmet, die die kulturelle Vielfalt des Kontinents eindrucksvoll dokumentiert.
Das Hexenarchiv zur Erforschung des neuzeitlichen Hexenglaubens richtet sich an Fachleute und interessierte Laien. Eine wissenschaftliche Betreuerin steht don¬nerstags von 16 bis 19 Uhr für persönliche oder telefonische Beratung zur Verfü¬gung (Tel.428 48 25 53).
Sehr beliebt sind inzwischen auch die drei großen Märkte, die hier alljährlich stattfinden: der Norddeutsche Ostermarkt, der Norddeutsche Weihnachtsmarkt und der Markt der Völker. Dort können Kunsthandwerk und Gebrauchsgegen¬stände aus aller Welt erworben werden. Die Aussteller vermitteln ihre Bräuche und Festtraditionen, Künstler und Handwerker lassen sich bei der Arbeit zugucken.
Über das umfangreiche museumspädagogische Programm vom Zauberkurs für Kinder bis zum Kalligraphiekurs für Erwachsene können Sie sich unter Tel. 428 48 25 34 informieren. Rothenbaumchaussee 64, 08105 308888 U-Bahn Hallerstraße Di-So 10-18, Do bis 21 Uhr, www.voelkerkundemuseum.com.

Lesen Sie mehr: Flusskreuzfahrten Mekong | Halong Bucht | Reiseführer Vietnam Kambodscha

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply